“Geheimnisvolle Orte: Karlsbad” am 18.03.2026 im RBB

Bildquelle: Franzfoto, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

18.03.2026,

RBB, 21.00: Geheimnisvolle Orte: Karlsbad, Doku, 2021

“Am Anfang ist es die heilende Kraft des Wassers, die diesen Ort besonders macht. Über die Jahrhunderte jedoch wird das Böhmischen Tal an der Tepla zu einer der interessantesten Bühnen der Gesellschaft. Pracht und Glanz dieses Ortes sind bis heute geblieben – weniger sichtbar die Narben dahinter. Sie erzählen vom Trauma der Bewohner, von Vertreibung, Antisemitismus und Zwangsarbeit. Die über 500jährige Geschichte einer der wichtigsten Dynastien in Karlsbad ist ebenso erfolgreich wie tragisch – die der Bechers. Berühmt werden sie mit einem Kräuterlikör, dem Karlsbader Becherbitter. Im Frühjahr 1945 ist es Hedda Baier, geborene Becher, die das Familienunternehmen führt. Ihre Tochter Charlotte ist damals ein Jahr alt, als die Mutter verzweifelt versucht, ihre Familie und das Unternehmen in Karlsbad zu retten. Schließlich jedoch gehören sie mit zu den ca. drei Millionen Sudetendeutschen, die ihre Heimat verlassen müssen. Im 19. Jahrhundert waren es vor allem jüdische Unternehmer, die das neue Antlitz Karlsbads prägten. Alfred Schwab baut das berühmte Hotel Imperial, Ludwig Mosers Kristallglasfabrik wird zur Marke in Europa. Und neben einem Jüdischen Hospital entsteht 1877 die prächtige Synagoge in der Parkstraße. In der Nacht des 9.November 1938 wird sie niedergebrannt. Zehn Jahre später wird Pavel Rubin in Karlsbad geboren. Er ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es 2600 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, nur 26 kehren als Überlebende des Holocausts zurück. Und noch etwas verbindet Glanz und Trauma an diesem außergewöhnlichen Ort – Uranerz. Mit dem Wettlauf um den Bau der Atombombe wird der Segen des heilenden Radonwassers zum Fluch für Tausende Arbeitssklaven, die in die Minen gezwungen werden. Von ihren Lagerbaracken aus sehen sie die Lichter der Kurstadt. Karlsbad – ein Ort, in den die Geschichte ihre Wunden geschlagen hat.” (prisma.de)

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“Geheimnisvolle Orte: Breslau” am 18.03.2026 im RBB

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Breslau-rathaus.jpg#filelinks

18.03.2026,

RBB, 20.15: Geheimnisvolle Orte: Breslau, Doku, 2024

“Es gibt wohl kaum einen Ort, der mehr über das Verhältnis zwischen Polen und Deutschen erzählt als Wroc?aw an der Oder und die bewegte Geschichte dieser Stadt. Fünf Flüsse und unzählige Kanäle sind die stummen Zeugen eines tiefgreifenden Wandels: Als Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesiens ist Breslau lange eines der wichtigsten kulturellen Zentren des deutschen Reiches. Hier entsteht eine der größten jüdischen Gemeinden – prägend für die Stadt. Doch mit dem Nationalsozialismus endet die Geschichte des deutschen jüdischen Lebens in Breslau. Aleksander Gleichgewicht und seine Frau Bente Kahan setzen sich seit den 1990-er Jahren dafür ein, die Geschichte jüdischen Lebens in Wroc?aw zu bewahren. Dabei entdecken sie immer wieder Verborgenes. Auch Alan Weiss ist auf der Suche: Der promovierte Literaturwissenschaftler geht auf den unzähligen verwahrlosten deutschen Friedhöfen den Geschichten derer nach, die hier begraben wurden. Mit seiner Initiative “Breslau von unten” legt er nicht nur die alten Grabsteine frei und restauriert sie, sondern erkundet die Lebenswege der ehemaligen deutschen Bewohner. In ihren Schicksalen entdeckt er Alltägliches, Tragisches und immer etwas Geheimnisvolles. Als Sigrid Schulze 1935 in Breslau geboren wird, sind die Nationalsozialisten bereits an der Macht. Mit zwölf Jahren muss Sigrid zusammen mit ihrer Mutter, wie alle Deutschen, Breslau verlassen. Potsdam wird ihre Heimat, hier geht Sigrid Schulze später zur Schule. Was ihnen und den anderen Vertriebenen in Schlesien widerfahren ist, gehört nicht zum kollektiven Erinnern in der DDR, sondern bleibt lange ein Tabu. Alan Weiss begibt sich anhand von Fotos und Unterlagen, die Sigrid Schulze bewahren konnte, auf Spurensuche in Wroc?aw. Als aus Breslau 1945 Wroc?aw wird, sollen hier vor allem Polen leben. Auch sie mussten ihre Heimat verlassen und stehen vor einer Trümmerwüste, in der sie heimisch werden sollen. Karolina Kuszyk, polnische Autorin und Übersetzerin, entdeckt die Geschichten dieser zwangsumgesiedelten Polen und ihren Umgang mit dem verborgenen Erbe der Deutschen. Lange Zeit sitzen die polnischen Bewohner quasi auf gepackten Koffern, denn die Angst unter ihnen ist groß, ob und wie lange dieser Ort polnisch bleiben würde. Heute präsentiert sich die ehemalige Hauptstadt Schlesiens und viertgrößte Stadt Polens stolz und geschichtsbewusst. Der Film sucht nach Spuren der jüdischen, polnischen, deutschen und schlesischen Geschichte Breslaus und erkundet alte und neue Geheimnisse in Wroc?aw, der Stadt an der Oder.” (prisma.de)

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