Aufstieg und Fall von Erich Honecker

info@histomich.de/ November 16, 2021/ DDR, Presse

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Bildquelle: DDR-Staatsratsvorsitzender Honecker 1987 beim Besuch seines Geburtsorts im Saarland, Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0910-052 / Oberst, Klaus / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424085

Am 25. August 1912 wird Honecker in Neunkirchen im Saarland geboren. Ab 1928 beginnt er eine Dachdeckerlehre, die er 1930 mit seinem Eintritt in die KPD abbricht. Seit 1926 ist er bereits im Kommunistischen Jugendverband tätig, ab 1933 dann sogar in dessen Zentralkomitee. Von 1937 bis 1945 sitzt Honecker im Zuchthaus in Brandenburg, der Volksgerichtshof wirft ihm “Vorbereitung zum Hochverrat” vor.

Honecker’s Karriere in der DDR

Gleich nach dem Krieg macht Erich Honecker in der DDR steile Karriere. Bereits 1946 wird er Chef der dortigen Jugendorganisation FDJ und im selben Jahr in den Parteivorstand der SED gewählt. Ab 1949 ist er Mitglied des ZK der SED. Bevor er Margot Honecker (vorm. Feist) kennenlernt und 1953 heiratet, hat Erich Honecker bereits 2 Ehen hinter sich. 1952 kommt seine Tochter Sonja zur Welt, gemeinsames Kind von ihm und Margot Honecker.

Als Sekretär des Nationalen Verteidugungsrates ist Erich Honecker maßgeblich an den Vorbereitungen zum Mauerbau 1961 beteiligt. Obwohl von Walter Ulbricht gehasst, wurde Honecker mit Unterstützung Moskaus wieder in das Amt des 2. Sekretärs des ZK der SED gehoben, aus dem ihn Ulbricht kurz zuvor 1970 entlassen hatte. Am 3. Mai 1971 folgt Erich Honecker dem kranken Ulbricht als SED-Chef.

Ein Meilenstein in Honeckers weiterer Kariere ist die Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki im Sommer 1975, ein wichtiger Schritt hin zur Anerkennung der DDR durch das Ausland. Mit der Wahl zum Staatsratsvorsitzenden am 29. Oktober 1976 hat Honecker nun nahezu alle Macht in seiner Hand. Die von ihm und dem Parteiapparat propagierte Einheit von Wirtschafts-und Sozialpolitik scheitert letztendlich an den hohen Ausgaben in Militär, Stasi und Bürokratie sowie oft an den maroden Infrastrukturen. Die Zufriedenheit in der DDR-Bevölkerung gegenüber dem Staat sinkt. Auch kleine Reformen in den 80-er Jahren können nicht verhindern, dass sich viele DDR-Bürger vom Sozialismus abwenden und in den Westen gehen. Zwar bemüht sich Honecker bei seinen Treffen mit dem damaligen Bundeskanzler Kohl um Anerkennung der DDR und bringt auch einige Lockerungen bezüglich Reiseerleichterungen auf den Weg. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt liegt der Wandel in der Luft und fortan wird der Ruf nach Glasnost und Perestroika a la Michail Gorbatschow immer lauter. Immer mehr Hinweise auf Fälschungen bei den Kommunalwahlen 1989 und die Flut von Ausreisen und DDR-Flüchtlingen bringen nun Honecker und die Parteioberen immer mehr in Bedrängnis.

Honecker’s Fall

Am 18. OKtober 1989 nötigen ihn seine einstigen Gefolgsleute zum Rücktritt als SED-Chef, um für Egon Krenz den Weg frei zu machen. Von nun an geht es mit Honecker und seiner Frau Margot steil und teilweise tragisch bergab: Am 8. November wird gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsmissbrauch eingeleitet, und am 30.November 1990 wird gegen Honecker ein Haftbefehl wegen der vielen durch ihn zu verantwortenden Toten an der Mauer vollstreckt. In einer Nacht-und Nebelaktion flüchtet er mit seiner Frau Margot am 13. März 1991 nach Moskau, sie stehen unter Schutz von Gorbatschow. Das ändert sich mit der Machtegreifung von Boris Jelzin im August 1991: Jelzin ordnet die Auslieferung an Deutschland an. Da Honecker zahlreichen Ex-Chilenen nach dem Pinochet-Putsch in der DDR Zuschlupf gewährte, ist es Chile, das den Honeckers als Art “Wiedergutmachung” politisches Asyl gewähren wll. Zu dieser Zeit hat Honecker aber schon Leberkrebs, trotzdem darf er nicht nach Chile ausreisen, seine Frau Margot aber schon. Erich Honecker wird am 29.Juli 1992 nach Deutschland ausgeliefert, darf aber am 13. Januar 1993 auf GRund der fortgeschrittenen Krebserkrankung seiner Frau nach Chile folgen. Am 29.Mai 1994 stirbt Honecker in der chilenischen Hauptstadt Santiago.

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