Wende – August 1989

08.08.1989: DDR-Bürger besetzen bundesdeutsche Botschaften.

Ständige Vertretung in Ost-Berlin wird geschlossen nachdem 131 Bürger dort Zuflucht gefunden haben. Auch in Prag, Budapest und Warschau besetzen viele DDR-Bürger die dortigen bundesdeutschen Botschaften, um ihre Ausreise zu erzwingen.DDR-Schriftstellerin über den Exodus (SPIEGEL 33/1989)DDR-Bürger haben es im Westen schwer, aber… (SPIEGEL 33/1989)

10.08.1989: Erster innerdeutscher Flug nimmt Betrieb auf.

Die erste innerdeutsche Fluglinie verkehrt zwischen Frankfurt (Main) und Leipzig und wird von der Lufthansa aufgenommen.

13.08.1989: Bundesdeutsche Botschaft in Budapest wird geschlossen.

Bundesdeutsche Botschaft in Budapest wird wegen Übefüllung geschlossen. 180 DDR-Bürger hatten hier Zuflucht gesucht. Die Malteser errichten Zeltlager. Erlebnisse eines Wessis mit einer Gruppe von DDR-Bügern in Ungarn

13.08.1989: Opposition fordert Veränderungen.

13.08.1989: Opposition fordert Veränderungen.

Am 28. Jahrestag des Mauerbaus fordern Oppositionelle in der Ost-Berliner Bekenntniskirche Veränderungen in der DDR und eine oppositionelle Sammelbewegung. Interview mit Stephan Bickardt, Vikar und Mitglied der Gruppe “Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung” in der TAZ

14.08.1989: Kohl fordert von Honecker Lösung des Flüchtlingsproblems.

Bundeskanzler Kohl fordert DDR-Staats- und Parteichef Honecker auf, für eine Lösung der Probleme, die durch die Flucht der DDR-Bürger in die bundesdeutschen Botschaften entstanden, zu sorgen.

19.08.1989: "Paneuropäisches Picknick" an der österreichisch-ungarischen Grenze

19.08.1989: “Paneuropäisches Picknick” an der österreichisch-ungarischen Grenze

“Paneuropäisches Picknick” an der österreichisch-ungarischen Grenze: 900 DDR-Bürger nutzen das Ereignis, um in den Westen zu fliehen. Hauptinitiator war Otto von Habsburg. tagesschau.de

21.08.1989: DDR Bürger wird an ungarischer Grenze erschossen.

DDR-Bürger wird bei Fluchtversuch an der österreichisch-ungarischen Grenze erschossen.Stasi jagt in Ungarn Republikflüchtlinge… (SPIEGEL 34/1989)

23.08.1989: Bundesdeutsche Botschaft in Prag wird geschlossen.

BRD-Botschaft in Prag wird geschlossen, nachdem sich dort 130 DDR-Bürger aufhalten, um ihre Ausreise zu erzwingen. Übersiedler – … Ost-Berlin und Prag unbeweglich. (SPIEGEL 35/1989)

24.08.1989: 180 DDR-Bürger können aus Ungarn ausreisen.

180 DDR-Bürger erhalten in der BRD-Botschaft in Budapest vom Internationalen Roten Kreuz Ausweise, um auszureisen. Es war eine einmalige humanitäre Aktion der ungarischen Regierung.

25.08.1989: Geheimtreffen zwischen ungarischen und bundesdeutschen Politikern

Auf Schloss Gymnich bei Bonn findet ein Geheimtreffen zwischen Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Horst Teltschik auf deutscher und Ministerpräsident Miklós Németh, Außenminister Gyula Horn und und Botschafter Istvan Horváth auf ungarischer Seite statt. Es wird über bundesdeutsche Kreditzusagen als Gegenleistung zur Grenzöffnung verhandelt.

26.08.1989: DDR-Bürger werden zum Bleiben aufgefordert.

SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” fordert DDR-Bürger zum Bleiben auf.zum ArtikelDie Bundesrepublik bereitet sich auf die größte Zuwandererwelle ihrer Geschichte vor… (SPIEGEL 36/1989)„Nee Erich, das is keene Freiheit“ (SPIEGEL 36/1989)

26.08.1989: Ungarn verstärkt Grenzkontrollen an Grenze zu Österreich

Ungarn verstärkt Grenzkontrollen an Grenze zu Österreich

27.08.1989: Die ungarisch-österreichische Grenze bleibt erstmal dicht.

Ungarn will DDR-Bürger, die fliehen wollen, nicht zur Rückkehr zwingen. Allerdings soll die österreichisch-ungarische Grenze nicht für die Ausreisewilligen geöffnet werden, so Außenminister Horn.

28.08.1989: Drittes Flüchtlingslager für DDR-Bürger in Ungarn

In Ungarn wird ein drittes Flüchtlingslager für ausreisewillige DDR-Bürger errichtet.

29.08.1989: FDP für “Marshallplan” für DDR, CDU dagegen

FDP schlägt Marshallplan zur “Rettung” der DDR vor. Im Gegensatz dazu will der Koalitionspartner CDU auf keinen Fall die “marode DDR” retten.

30.08.1989: Notaufnahmelager in Bayern für DDR-Bürger

In Bayern wird mit den Vorbereitungen zur Errichtung von Notaufnahmelagern begonnen, um die zahlreichen DDR-Flüchtlinge aufnehmen zu können. 

31.08.1989: Österreich für vorübergehende Aufhebung der Visumspflicht, Horn zu Blitz-Besuch in Ost-Berlin

Österreich beabsichtigt, die Visumspflicht für DDR-Bürger vorübergehend aufzuheben, um ihnen die Ausreise zu erleichtern. Nach Meinung der ungarischen Regierung soll das Internationale Rote Kreuz die Ausreisepapiere ausstellen. Ungarns Außenminister Horn reist zu einem Blitzbesuch nach Ost-Berlin, um mit DDR-Amtskollege Oskar Fischer über die Flüchtlingsproblematik zu sprechen.

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