Kategoriearchiv: Oktober 1989

15.10.1989: Studenten gründen Interessenvertretung.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

An der Humboldt-Universität in Ost-Berlin gründen Studenten eine von der FDJ unabhängige Interessenvertretung. Ost-Berliner Theaterschaffende rufen zu Grossdemo am 4.11. in Ost-Berlin auf. Erstmals werden in DDR-Zeitungen die restriktiven Reisebeschränkungen in die CSSR kritisiert.

16.10.1989: Zumeist gewaltfreie Montagsdemos

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Die Leipziger Montagsdemonstration hat ein noch größeres Ausmaß als die der Vorwoche. Es nehmen rund 120.000 Menschen daran teil. Die Sicherheitskräfte sind präsent, hielten sich mit ihrem Eingreifen jedoch zurück. Auch in anderen Orten der DDR finden wieder Montagsdemos statt.ein Mitglied der DDR-CDU über die Montagsdemo und notwendige Veränderungen in der DDR Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0922-002 / Friedrich Gahlbeck

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17.10.1989: Aufruf zur Gründung unabhängiger Gewerkschaften

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Immer mehr wird der Ruf nach unabhängigen Interessenvertretungen lauter, wie z.B. Gründung einer Gegenwerkschaft zum FDGB und einer studentischen Interessenvertretung außerhalb der FDJ. Die ersten von 1400 Botschaftsflüchtlingen werden mit Flugzeugen von Warschau in die Bundesrepublik gebracht.Aufruf zur Gründung unabhängiger Gewerkschaften im Gerätwerk Berlin-Teltow

18.10.1989: Egon Krenz stürzt Erich Honecker.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Egon Krenz wird zum Nachfolger von Erich Honecker gewählt. Offiziell heisst es, dass Honecker aus gesundheitlichen Gründen zurücktrete. Neben Honecker wird auch der für Wirtschaft Zuständige Günther Mittag seiner Ämter enthoben. Nach den Worten von Krenz sei jetzt die „Wende“ eingeleitet, in der man die Fehler der letzten Jahre korrigieren will, am Sozialismus wird aber nicht gerüttelt. Die Opposition und

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19.10.1989: Egon Krenz verspricht Reiseerleichterungen.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Egon Krenz diskutiert in Ost-Berlin in „offner“ Atmosphäre mit Arbeitern einer Maschinenfabrik und trifft Kirchenvertreter der DDR. Krenz verspricht großzügige Reisererleichterungen. Die Skepsis der DDR-Opposition und der meisten Buindespolitiker gegenüber dem Reformwillen Krenz‘ bleibt.Krenz im Gespräch mit Kirchenvertretern „Krenz macht keinen Lenz“ (SPIEGEL 44/1989)

21.10.1989: Menschenkette gegen Gewalt, Kirche fordert Klärung der Übergriffe auf Demonstranten.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Berlin: Tausende bilden Menschenkette gegen Gewalt Berlin: Schabowski diskutiert mit Bürgern auf der Strasse Kirche fordert Untersuchungsausschuss zur Klärung der gewaltsamen Übergriffe der Sicherheitskräfte. Gorbatschow lädt Krenz nach Moskau ein, wo Krenz über die Reformvorhaben sprechen und sich über die Reformen in der Sowjetunion informieren will.

22.10.1989: Offene Diskussion zwischen SED und Bürgern in Leipzig

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Leipzig: Offene Diskussion mit Parteifunktionären unter Vorsitz von Kurt Masur in Gewandhaus. Kulturminister Hoffmann fordert Rücktritt des Politbüros. „Vereinigte Linke“ formiert sich zwar als „Opposition zum Obrigkeitsstaat“ aber nicht als „Opposition zum Sozialismus“Wahlplakate der VLDie neue Meinungsfreiheit in der DDR (SPIEGEL 43/1989)Die Blockparteien mucken auf (SPIEGEL 43/1989)

23.10.1989: DDR-Opposition fordert freie Wahlen, Erstes Treffen zwischen SDP und SPD.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Ost-Berlin: Gemeinsame Pressekonferenz der Opposition: gefordert werden politische Konsequenzen und eine rückhaltlose Aufklärung der gewalttätigen Ereignisse um den Republikgeburtstag. Ost-Berlin: Bürgerrechtler fordern in Gethsemanekirche Wahl des Staatsratsvorsiztenden über freie Wahlen und Untersuchungsausschuß zur Aufklärung bezgl. Übergriffe der Sicherheistkräfte bei den Demos am 7. und 8. Oktober. Arbeiter des Ost-Berliner Reglerwerks in Berlin gründen eigene Interessenvertretung. Abermals kommt es zu Montagsdemos

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24.10.1989: Egon Krenz zu DDR-Staatschef gewählt.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Volkskammer in Ost-Berlin wählt Egon Krenz zum Staatsratsvorsitzenden. Bundeskanzler Kohl ist zu einem baldigen Treffen mit Egon Krenz bereit. In zahlreichen DDR-Städten wird gegen die Wahl von Krenz demonstriert. DDR-Führung hat Übergriffe der Staatsmacht am 7. und 8. Oktober zugegeben. Bildquelle: Tagung der Volkskammer der DDR unter Leitung von Hans Jendretzky im Plenarsaal des Palastes der Republik in Ost-Berlin, November

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25.10.1989: Hans Modrow empfängt Mitglieder des „Neuen Forum“.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Krenz empfängt den ersten Bundespolitiker: FDP-Fraktionschef Mischnick. SED-Bezirkschef von Dresden Hans Modrow empfängt Mitglieder des Neuen Forum. Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ bedauert Wahl von Krenz zum Staatsoberhaupt, da er zum einen für die Wahlfälschung und zum anderen für das gewaltsame Einschreiten der Sicherheitskräfte während der Demos am 7. und 8. Oktober verantwortlich ist. Außerdem habe er die blutige Niederschlagung der chinesischen

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27.10.1989: DDR-Regierung hebt Reisebeschränkungen auf und erläßt Amnestie für Republikflüchtlinge.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Die DDR-Regierung hebt die Reisebeschränkungen in die CSSR zum 1. November auf und erläßt eine Amnestie für alle Republikflüchtigen und inhaftierten Demonstranten. Der FDJ-Zentralrat fordert eine Verjüngung der Führungsspitze. Die SDP-Führung ruft Ausreisewillige zum Bleiben auf, die DDR-CDU fordert „lebendige Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und wirklichkeitsgetreue Medien“.Wie Bayern DDR-Flüchtlinge vergraueln will (SPIEGEL 44/1989)

29.10.1989: SED initiiert Großdemo, „Spur der Steine“ wird wieder aufgeführt.

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Berlins Regierender Bürgermeister Walter Momper trifft sich mit Manfred Stolpe und Günter Schabowski sowie mit Vertretern des Neuen Forum. Vor dem Roten Rathaus in Berlin findet eine von der SED initiierte Großdemonstration mit ca. 20.000 Menschen statt. Schabowski verspricht zukünftig genehmigte Demonstrationen. Der 1966 der Zensur unterworfene Film „Spur der Steine“ wird erstmals wieder aufgeführt.

30.10.1989: „Der Schwarze Kanal“ läuft zum letzten Mal, FDGB-Chef tritt zurück.

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Die DDR-Sendung „Der Schwarze Kanal“ läuft zum letzten Mal. Moderator Karl-Eduard von Schnitzler verabschiedet sich auf seine Art. Der FDGB-Vorstand fordert den Rücktritt von FDGB-Chef Harry Tisch. Dresdens Oberbrürgermeister Berghofer erkennt die „Gruppe der 20“ als Interessenvertretung der Bürger an.Schnitzlers letzte WorteDer neue Job von Karl-Eduard von Schnitzler (SPIEGEL 51/1989)

01.10.1989: Erste Sonderzüge von DDR-Flüchtlingen aus Prag und Warschau

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Die ersten Sonderzüge mit etwa 6.800 DDR-Flüchtlingen aus der Warschauer und Prager Deutschen Botschaft überqueren das Gebiet der DDR nach Hof in Bayern. Unterwegs versuchen ausreisewillige DDR-Bürger auf die Züge aufzuspringen, um ebenfalls in den Westen zu gelangen. „Sonderzug in die Freiheit“ (gelesen bei EINES TAGES)Honecker: „Ich habe nie geirrt“… (SPIEGEL 40/1989)In der Welle von Aus- und Übersiedlern schwimmen auch

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02.10.1989: Gründung des „Demokratischen Aufbruch“

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

In Leipzig demonstrieren etwa 20.000 Menschen für für demokratische Veränderungen und Reformen in der DDR. In Ost-Berlin wird die Oppositionsgruppe „Demokratischer Aufbruch“ (DA) gegründet. Mitbegründer: Rainer Eppelmann, Friedrich SchorlemmerGrundsatzerklärung des DA–> weitere Infos Bildquelle: Von Bundesarchiv_Bild_183-1990-0209-023,_Berlin,_Logo_Demokratischer_Aufbruch.jpg: Unbekanntderivative work: chris ? – Bundesarchiv_Bild_183-1990-0209-023,_Berlin,_Logo_Demokratischer_Aufbruch.jpg, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11251121

03.10.1989: DDR-Regierung schränkt Reiseverkehr in CSSR ein.

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Die Regierung der DDR gewährt erneut Ausreisewilligen die Ausreise in den Westen. Seit dem 1. Oktober haben sich wieder etwa 7.600 Menschen vor der Botschaft in Prag versammelt. Die DDR-Regierung schränkt den Reiseverkehr in die CSSR ein, es darf nur noch mit Visum gereist werden.

04.10.1989: Schwere Ausschreitungen in Dresden

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In Dresden gibt es schwere Auseinandersetzungen von ca. 5000 Demonstranten und Ausreisewilligen mit den Sicherheitskräften. Es sind die schwersten ihrer Art seit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Am Dresdner Hauptbahnhof hat die Durchfahrt der Züge mit DDR-Flüchtlingen viele der Demonstranten mobilisiert. Die Staatsmacht greift mit aller Härte durch. Stasi-Protokolle über die Demo War Hans Modrow an den Gewaltaktionen gegen

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07.10.1989: Zahlreiche Proteste am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Feierlichkeiten zum 40. Gründungstag der DDR finden statt, die Hauptfeierlichkeiten finden in Ost-Berlin statt. Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow betont die Notwendigkeit von Reformen: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Zehntausende protestieren in der gesamten DDR für Reformen und Veränderungen, viele Demos werden brutal niedergeschlagen. Insbesondere in Ost-Berlin kommt es zu massiven Ausschreitungen. Festansprache von Erich

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07.10.1989: Die SDP der DDR wird gegründet.

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In Schwante, einem Dorf im DDR-Bezirk Brandenburg in der Nähe von Berlin, wird die Sozialdemokratische Partei (SDP) in der DDR gegründet. Mitbegründer: Markus Meckel, Ibrahim Böhme GründungsaufrufDie neuen Sozialdemokraten in der DDR (SPIEGEL 46/1989) Bildquelle: Gründungsgebäude in Schwante, Schwante 20080309 haus sdp von Samson1964 – Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0-2.5-2.0-1.0 über Wikimedia Commons

08.10.1989: Ost-Berlin wird abgeriegelt, Gewaltsame Ausschreitungen in Dresden

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Ost-Berlin wird weitesgehend abgeriegelt, die DDR verweigert auch westlichen Besuchern die Einreise. ADN bezeichent die Proteste der letzten Tage als Zusammenrottung Randalierender. Großdemo am Abend in Dresden, Oppositionellen (Gruppe der 20) gelingt es, einen Dialog mit Stadtvertretern zu beginnen. Im Gegensatz dazu wird in Ost-Berlin wieder gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen.die Ereignisse in Dresden aus Sicht des katholischen Priesters Frank Richter„das

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09.10.1989: Größte Demo in der DDR seit 1953 in Leipzig

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Mit „Wir sind das Volk“ findet die bislang größte Demonstration in der DDR seit 1953 in Leipzig statt. Entgegen vorheriger Befürchtungen verläuft diese Mointagsdemo, wie auch in vielen anderen Orten der DDR, weitesgehend friedlich und ohne Blutvegießen. Unterdessen ruft die DDR-Kirche zur Mäßigung auf und fordert einen. Der Ost-Berliner Pfarrer Eppelmann ruft zu einer zweiwöchigen Denkpause auf beiden Seiten auf.die

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12.10.1989: Mahnwache für politisch Inhaftierte in Berlin

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

In der Gethsemanekirche im Osten Berlins wird die Mahnwache für die politisch Inhaftierten fortgesetzt. Landesbischof Gottfried Forck fordert einen Dialog auch mit den neuen Oppositionsgruppen. Stellungnahme des „Neuen Forums“ zu Politbüro-Erklärung vom Vortag Bildquelle: Parallel zur Mahnwache findet zeitweise eine Fastenaktion in der Ostberliner Gethsemanekirche statt. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Thomas Zickler

13.10.1989: Inhaftierte Demonstranten werden freigelassen. Honecker besorgt über Ausreisewelle

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Die Vorsitzenden der Blockparteien treffen sich mit Staats-und Parteichef Honecker. Honecker äußerte sich besorgt über Ausreisewelle. SED-Führung setzt alle im Zusammenhang mit dem Demonstrationen zum 40. Jahrestag Inhaftierten auf freien Fuß.Interview mit FDGB-Chef Harry TischÜbersiedler haben kaum Aussicht auf Job (SPIEGEL 42/1989)Die neue Wohnungsnot in West-Berlin (SPIEGEL 43/1989)

14.10.1989: von Schnitzler beschimpft Kritiker, Bohley fordert Zulassung von Reformgruppen.

info@histomich.de/ April 26, 2019/ Oktober 1989, Wende

Karl-Eduard von Schnitzler beschimpft Kritiker des DDR-Regimes. Bärbel Bohley fordert die Zulassung von Reformgruppen in der DDR und nennt die Entlassung inhaftierter Demonstranten einen ersten Schritt.. 1000 Botschaftsflüchtlinge in Warschau dürfen bald ausreisen.AudioDDR-Fernsehen auch bundesweit! (SPIEGEL 46/1989) Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-045 / Link, Hubert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424795